Der österreichische Tourismus feierte 2025 ein Rekordjahr mit 157,27 Millionen Nächtigungen. Gleichzeitig bleiben zehntausende Stellen in Beherbergung und Gastronomie unbesetzt. Wie passt das zusammen? Ein datenbasierter Blick auf Ursachen und mögliche Wege aus dem Fachkräftemangel.
Rekordjahr 2025: Die Nachfrage steigt schneller als das Angebot
2025 war für den österreichischen Tourismus das erfolgreichste Jahr seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1974. Die Nachfrage ist ungebrochen, besonders bei internationalen Gästen. Die Zahlen der Statistik Austria zeigen ein Wachstum auf allen Ebenen:
Rekord auf der Nachfrageseite. Auf der Angebotsseite hingegen: Personal, das kaum mehr zu finden ist. Die Wirtschaftskammer weist darauf hin, dass europaweit rund 10 % der Stellen im Tourismus unbesetzt bleiben. In Österreich verstärken saisonale Spitzen dieses Muster zusätzlich.
Warum die Lücke trotz Rekord wächst
Der Fachkräftemangel im Tourismus lässt sich nicht auf einen Grund reduzieren. Er ist die Summe struktureller Verschiebungen, die alle in dieselbe Richtung wirken:
Demografie. Die Zahl der Jugendlichen in Österreich sinkt seit Jahren. Die Wirtschaftskammer bezeichnet den demografischen Wandel als zentralen Faktor hinter dem historischen Tiefstand neuer Lehrverhältnisse. Wer nicht da ist, kann nicht ausgebildet werden.
Der Trend zur Teilzeit. Laut Analyse des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO liegt der Teilzeitanteil im Tourismus bereits bei rund 42 %. Der Wunsch, weniger zu arbeiten, ist bei einer wachsenden Zahl von Erwerbstätigen ausgeprägt. Bei gleichbleibendem Personalstand sinkt damit das effektiv verfügbare Arbeitsvolumen.
Konkurrenz um dieselben Fachkräfte. Beherbergung und Gastronomie stehen in direkter Konkurrenz mit Handel, Pflege und Bau um dasselbe schrumpfende Reservoir an heimischen Arbeitskräften. Wer flexiblere Arbeitszeiten oder planbarere Wochenenden bietet, gewinnt.
EU-Rekrutierung stößt an Grenzen. Die europäische Tourismusbranche ist insgesamt unterbesetzt. Wer heute qualifizierte Servicekräfte in Ungarn, Rumänien oder Kroatien sucht, konkurriert mit Deutschland, Italien und der Schweiz um dieselben Menschen.
Warum Premium-Häuser besonders betroffen sind
Ein 4- oder 5-Sterne-Haus lebt davon, dass der Service stimmt. Das klingt banal, hat aber eine harte Konsequenz: In der Premiumhotellerie sind Personalkosten der größte Kostenblock, und Personalqualität ist das zentrale Verkaufsargument.
Wenn Positionen im Service, im Spa oder in der Küche unbesetzt bleiben, greifen Häuser oft zu einer von drei Notlösungen: kürzere Saisonen, reduzierte Öffnungszeiten (Restaurant nur an vier Abenden statt sieben), oder Aushilfen ohne Branchenausbildung. Alle drei Wege beschädigen genau das, worauf ein Premium-Haus jahrelang gebaut hat: die Verlässlichkeit der Gästeerfahrung.
Für Häuser, deren Positionierung über Bewertungen und Wiederkehrer läuft, ist das kein rein operatives, sondern ein existenzielles Problem.
Die politische Antwort: Saisonkontingente 2026
Die Bundesregierung hat 2025 reagiert. Die Saisonkontingentverordnung 2026 wurde bereits im September 2025 erlassen, um Betrieben und Saisonkräften Planungssicherheit zu geben. Die Kontingente für den Tourismus wurden gegenüber dem Vorjahr erhöht. Zusätzlich wurde ein eigenes Kontingent von 2.500 Stellen für Saisonarbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien geschaffen.
Für die ganzjährige Anstellung qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten existiert die Rot-Weiß-Rot-Karte. Der Weg ist etabliert, aber bürokratisch — und funktioniert nur für Häuser, die den Aufwand tragen können oder wollen. Die Wirtschaftskammer hat 2025 zudem eine internationale Fachkräfteoffensive gestartet, explizit mit Aktivitäten in Drittstaaten.
Internationale Vermittlung: kein Ersatz, aber ein Baustein
Internationale Fachkräftevermittlung aus Drittstaaten ist kein Allheilmittel und kein Ersatz für heimische Ausbildung. Sie ist aber ein realistischer Baustein für Häuser, die kurzfristig verlässlich besetzen müssen, ohne die Qualität zu kompromittieren.
Entscheidend ist dabei nicht das Herkunftsland allein, sondern die Struktur der Vermittlung. Wo Kandidatinnen und Kandidaten Vermittlungsgebühren zahlen müssen, wo Interviews auf Distanz und ohne kulturelle Übersetzung geführt werden, wo nach der Ankunft niemand mehr ansprechbar ist, dort entstehen genau die Probleme, die international immer wieder dokumentiert werden.
Seriöse Vermittlung nach österreichischem Standard bedeutet: Gewerbeberechtigung nach § 151a GewO, Einhaltung des ILO-Übereinkommens 181 (die Fachkräfte zahlen nichts), transparente Verträge, aktive Begleitung im gesamten Prozess, und ein Ansprechpartner, der auch nach dem ersten Arbeitstag erreichbar bleibt.
Warum wir als Vorarlberger diesen Weg gehen
Liandra ist keine Zufallsgründung. Die beiden Gründer kommen aus Vorarlberg und haben im persönlichen Umfeld erlebt, wie sehr die regionale Wirtschaft an einem funktionierenden Tourismus hängt: die Familienbetriebe im Bregenzerwald, die Häuser am Arlberg, die Restaurants am Bodensee. Und sie sehen, wie sehr die Qualität dieses Tourismus davon abhängt, dass an Küche, Service, Spa und Housekeeping Menschen arbeiten, die ihr Handwerk verstehen.
Thailand ist in dieser Rechnung kein Zufall. Das Land gilt weltweit als eine der ersten Adressen der Hotellerie. Häuser wie das Mandarin Oriental oder das Four Seasons Bangkok gehören regelmäßig zu den besten Hotels der Welt. Die Ausbildung ist stark, die Servicekultur tief verwurzelt, das Verständnis für Premium-Gastgewerbe alltäglich.
Unser Beitrag ist konkret und schmal umrissen: Wir bringen thailändische Servicekultur dorthin, wo österreichische Premium-Häuser nach guten Menschen suchen. Nicht als große Lösung, sondern als seriöser Baustein für Häuser, die Qualität nicht dem Zufall überlassen wollen.
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Gespräch anfragen →Quellen
- Statistik Austria: Nächtigungs- und Ankunftsstatistik 2025, Pressemitteilung Januar 2026. Verfügbar unter statistik.at
- Statistik Austria / WIFO: Regionale Tourismus-Satellitenkonten (RTSA) 2023, publiziert Oktober 2025. statistik.at
- WKO Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft: Touristischer Arbeitsmarkt 2025. wko.at
- WKO: Europäische Strategie für nachhaltigen Tourismus, August 2025. wko.at
- WKO / BMWET: Erläuterungen zur Saisonkontingentverordnung 2026. wko.at
- WKO: Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften im Tourismus. wko.at